Der Ruf des Kongopfaus. Lars Lepperhoff
Filander Verleag 2009, 266 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 29,90 €.
Geheimnisvolle Tiere, von Feuchtigkeit dampfende Regenwälder, Zoologische Gärten - das war die Welt von Charles und Emy Cordier. Sie haben Einmaliges zur Kenntnis und zum Verständnis von Tieren geleistet und waren einst Helden ihrer Zeit. Ihre Lebensgeschichte ist zudem eng verknüpft mit ehemals bekannten Personen (Heini Hediger, Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann, Wolf W. Brehm, Romuald Burkard) sowie geschichtlichen Eregnissen wie den Weltkriegen (z.B. Pearl Harbour), der Kolonialzeit sowie der Unabhängigkeit ehemaliger Kolonialgebiete. Sie starben vereinsamt in Zürich.
Eine spektakuläre, spannende Lebensgeschichte aus einer Zeit, als Tierfänger noch Helden waren. Den Schweizer Charles Cordier (1897-1994) zieht es schon früh in die weite Welt. Er spürt mit seiner Frau Emy (1903-1990) geheimnisvollen Tieren nach, streift durch von Feuchtigkeit dampfende Regenwälder und steht mit großen Zoologischen Gärten und Tierhaltern der Welt in regem Kontakt. Doch Schwierigkeiten schleichen sich in das Leben der beiden und Gefahren drohen. Langsam werden die Cordiers älter. Wie geht es weiter mit zwei Leben, die beide Weltkriege, den Kolonialismus und deren Ablösung erlebten? Charles und Emy Cordier mit seltenen Vögeln, Säugetieren und Reptilien in aller Welt. Eine narrativ verfasste Biographie.
In jeweils eigenen Kapiteln des Anhangs befasst sich der Autor auch mit der Problematik der Wildfänge und mit dem Thema Schweizer in der Zoogeschichte.
Lars Lepperhoff, geboren 1972 in Bern, Schweiz, widmet sich seit seiner frühen Kindheit den Tieren und Pflanzen. Er erlernte den Beruf des kaufmännischen Angestellten, war über zehn Jahre in der Papageienzucht der Voliere Hyacinthinus in Ittigen bei Bern tätig und ist heute Verlagsleiter. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge in Zeitschriften sowie der beiden Fachbücher »Aras« und »Graupapageien«. Nebst der Papageienkunde beschäftigt er sich intensiv mit der Tierhaltung und mit Zoologischen und Botanischen Gärten. Zahlreiche Reisen führten ihn auf den Spuren Charles und Emy Cordiers in alle Welt, so beispielsweise in die USA, nach Costa Rica, Peru, Brasilien, Dominica und in die Demokratische Republik Kongo. Weiter bereiste er auf der Suche nach Tieren, insbesondere Papageien, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Gabun, São Tomé und Principe, Madagaskar, Südafrika und Tansania sowie die Cook-Inseln. In Guinea Bissau hielt er sich auf einem Tierfangbetrieb auf. Er besuchte Zeitzeugen und Schauplätze der Cordiers in der Schweiz, Frankreich und Großbritannien. Es ist ihm ein Anliegen, dass die Geschichte der Tierhaltung und des Tierfangs und die Persönlichkeiten, die dahinter stehen, nicht in Vergessenheit geraten. Kürzere Arbeitsaufenthalte in Vogelparks und Zuchtanlagen in den USA, Südafrika, Frankreich, Großbritannien und England ließen ihn Einblick in die Tagesabläufe in Vogelparks und Zoos nehmen. Lars Lepperhoff lebt in Ittigen bei Bern.